Dr Schorsch vrzählt vom 19. März 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Heidenei, dâ send jetzt abr d’Uni en Hohenheim, dr württembergische Innongsvrband von de Bäckr, dr Landesvrband für Obschtbau, s’Ulmer Brotmuseum ond dia Omweltakademie em Ländle doch recht forsch: Am Mittwoch vor Gründonnerschtich (23. März) soll em Schtugartr Haus dr Wirtschaft des „gröschte Gsälzbrot dr Welt“ zeigt ond uffgessa werda. A löblich’s Ansinna. Sia wellet a Zeicha setze, drmit des bei onsre Altvordere über viele Generationa weitgebene Könna, wia mr a richtigs Gsälz kocht, au bei de jonge Leut’ erhalta bleibt. Bloss, dia Initiatora könnt’ mr als richtige Gsälzbära tituliera. Wia kâ mr so an Aktionstag uff dr Mittwoch vor Gründonnerschtich lega? A jed’s Kend woiß doch, dia Faschtazeit gâht vom Aschermittwoch bis zur Oschternacht. Es isch doch scho gnuag, wenn mir onsern Herrgott mit de Maultascha am Karfreitag bscheißat. Dâ hett mr doch mit dem „gröschte Gsälzbrot dr Welt“ au no bis nâch Oschtra warte könna. Ond mr muas wirklich net sich mit äller Gwalt an moderna Âschtrich geba ond s’Gälzbrot als „Fast Food“ bezeichna.

Ansonschta han i nex übr dia Idee zom Bruddla ond hol heut’ morga s’Gsälzhäfele raus ond schtreich mr a dick’s Preschtlingsgsälzbrot.

I wünsch’ Euch a guate Zeit ond em Herrgott sein Sega

Vorfreid’ uff a bsonders Ereignis

A außrgewöhnlichs Märchenfescht feirat mir  im Garten von dr St. Bartholomäus-Apotheke mittla dren em historischa Zentrum von dr Schäferlaufstadt Markgröningen.  Dia  außrgewöhnlich gute Kontakt vom Uwe Schuhmacher, dr en Markgröningen dia  Café-Bar, Galerie ond Wein-Bistro “Wein – Wind – Meer” betreibt, henn’s möglich gmacht, dass ons dr “vrwunschene” ond üblichrweis net öffentliche Apothekergarten für a  be- ond vrzaubernds schwäbischs Märchenfescht zur Verfügung geschtellt wird. Für di exiquist’ Bewirtong sorgt natürlich “Wein – Wind – Meer”.

Dâ kâ mr bald Eintrittskärtla beschtella: 8 Euro für Erwachsene, 4 Euro für Kendr, jonge Bsucher ondr 115 Zentimetr zahled nex.

Der Apothekergarten in Markgröningen. Foto: Google-Earth
Der Apothekergarten in Markgröningen. Foto: Google-Earth

Dr Schorsch vrzählt vom 12. März 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Es isch a Kreuz mit dem Kreuz. Am Sonndich därf mr wiedr ois mache. Bloss bei wem? Die oine will e net, dia andre mâg i net, dia dritte kenn i net ond wiedr andre ganget übrhaupt net. D’Wahlvrânstaltonge henn kaum Erkenntnis brâcht, Plakat’ henn außer dr Vrschandlong von dr Gegend oin au net weitrbrâcht – ond gar die „Elefanterond’“ em Fernseha? Sott mr etwa dia wähla, wo die beschte Werbegschenkla vrtoilt henn, odr dia mit am farbigschta Proschpektle? Wohl kaum. S’kommt jâ schließlich uff d’Inhalt â. Gott sei Dank hât sich dr Schorsch en dem Jâhr für d’Briefwahl âgmeldet, ond so kâ er den Wahlschei no zwoi Nächt onder’s Kopfkissa lega, vielleicht brengt des dia Erleuchtong. Odr er würfelt’s aus. Bloss beim Schorsch seim Glück em Lottospiela kommt sicherlich nix recht’s raus. Vielleicht befrâgt er au sein Goldfisch odr liest em Kaffeesatz, was’r wähla sott. Ois isch aber sichr, wia’s Amen am Wahlsonndichmorga en dr Kirche: Wähla duat’r uff jeden Fall. So wia jed’s Mâl seit dr Schorsch 18 Jâhr alt isch. Weil er jâ au en de nächschte Monat übr di Politik bruddla will, muss’r eba au bei dr Wahl sei Stemm abgeba. Net zom wähla ganga ond trotzdem schempfa, des wär doch a recht vrlogene Sach.

I wünsch’ Euch a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch verzählt vom 5. März 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Für manche em Ländle send wohl dia Omfrag-Ergebnis für di Landtagswahl am 13. März a Albtraum, andere kommet sich wohl vor wia em Märchen. Bloss Märchen henn au ganz schöne Überraschonga parat. Ihr wöllet a Beischpiel? Lang isch’s her, dâ hât’s em Wendr ohsennig viel Schnee ghet ond s’war so kalt, dâ isch oim dr Rotz an dr Backa nâgfrora. En Bua hend se en dr Wald nausgschickt ond dâ hât’r Holz zom Heiza mit seim Schlitta hola solla. An großa Haufa hât’r uffgsammelt ond uff dr Schlitta nuffgschichtet. Gfrora hât’s ehn, wia net gscheid, ond nâ hat’r sich denkt, bevor i jetzt hoim dapp, dâ mach’ i mir a rechts Feur zom Gwärma. Wia’r nâ so dr Schnee für sei Feur wegscharrt hât, nâ fendet’r grad an dera Stell’ a klois goldens Schlüssele. Weil’r a rechts Schlaule war, hât r sich denkt: „Menschenskind, wo a Schlüssele isch, dâ müsst doch au a Schlüsslloch sei.“ Ganz uffgret hât’r weitrbuddelt – ond a Käschtle gfonda. „Hoffentlich basst dr Schlüssl, weil dâ send beschtemmt ganz wertvolle Sacha dren“, hât’r sich denkt. Des Käschtle hât’r hochghoba, romdreht ond an älle Seita nâch ma Schlüsslloch glotzt. A muckasegglig’s klois Schlüssllöchle hât’r na endlich gfonda ond ganz uffgregt des Schlüssele neigschteckt. Oimal hât’r s dreht ond a zwoits Mâl – ond jetzt müssat mr warta bis er dr Deckl uffklappt hat. Nâ werdet au mir erfahra, was für wonderbare Übrraschonga en dem Käschtle drenn waret. Grad so, wia nâch dr Wahl am 13. März.

I wünsch’ Euch a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 27. Februar 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Mir Schwâbe meckrat, bäffat, goschlat, maulat ond schempfat gern. Ond wenn a Schwâb so richtig grantig isch, also wenn’r no schlechtr druff isch wia sonscht, nâ bruddelt odr brägelt er. Weil mir bekanntlich liabr melancholisch wia euphorisch send, bräglet mr eher lautlos en sich nei, wenn nâ doch dr Ärgr naus muas, wird bruddelt. Dâ drbei goschelt mr abr meh’ en sich nei, dr Gegaübr soll’s zwar merka, abr eigentlich net höra, was mr zom saga hât. Dr Bruddler hât drbei koinerloi Absicht, sich uff Diskussiona übr des, was oin übrzwerch macht, einzomlassa. Em Normalfall hebt des net lang â. Mr gâht gern mit ma „isch doch zom Donderwettr abr au wâhr“ wiedr an sei Tagwerk.

Genau des hât jetzt en dene uffgregte Tag kurz vor de Wahla drzu gführt, dass mir en dr Zeitongsredaktion nix erfahra henn, was wichtige Leut’ em nördlicha Landkreis von dr künftiga Landesregierung erwartet. Firmachef, Gnossaschaftsvorschtand, Kulturtreibende odr Veroisvorschtand send sich einig: Mir haltet d’Gosch. Beschtimmt henn dia älle Forderonga, Wünsch’ ond Erwartonga an a neue Landesregierung, abr vor der Wahl am 13. März hält mr sich scheint’s zrück – nâ kommt mr en nix nei. So send mr halt, mir Schwâba. Mr schwätzt jâ au net öffentlich drübr, wia mr’s mit am Beta hât odr wia’s uff seim Bankkonto aussieht, dâ hält mir sich zrück. Schpätestens abr am Âbend vom Wahlsonntag, dâ duat mr nâ bruddla, weil’s amol wiedr net so ausganga isch, wie mr wölla hât. Abr au dâ hebt des Bruddla net lang, ond mir arrangierat ons mit dem wia’s komma isch.

I wünsch’ Euch a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 20. Februar 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Am Sonntich isch onsr Tag: Seit dem Jâhr 2000 wird nämlich am 21. Februar dr Tag dr Muttrsprâch gfeiert. Dr Grond isch a oifachr, weil di UNESCO hât feschtgeschtellt, uff dr Welt send rond di Hälft’ ällr Dialekt’ vom Ausschterba bedroht.

Dâ send mr jetzt abr richtig froh, weil onsr schwäbische Mundart, dia so vielfältig, wia dia Dörfle en onserm Sprâchraum isch, a richtige Wiederbelebong net bloß em Alltag hât, au em Denka ond em Gfühl’. Selbscht jonge Leut’ beschäftiged sich mit ihre Wurzla ond dâmit auch mit ihrm Dialekt. Drbei hât des nex mit ma kloigoischtiga ond provinziella Eimommle en allbachene Denkweisa zom doa. Vielmehr isch des oifach dr Beweis’ drfür, mr braucht grad in dera entzwische älles omfassende Welt den oine Anker, wo mr bis vor a paar Jährle bloß ganz vrschämt gsagt hât: Hoimat. Wia selbschtvrschtändlich onser Mundart entzwischa isch, des beweist doch fascht exemplarisch der Abschlussfilm „Trash Detective“ vom Filmakademie-Studenta Maximilian Buck, weil der klopft mit seim zynischa ond düschtra Stroifa oifach amâl älle Klischees vom ma Dialektfilm en dr Kuttroimr.

Dr Filmkerle isch dâmit a rechts Käpsele, also s’krasse Gegatoil vom ma Hurgler. Wobei des Wort „Hurgler“ oi Beischpiel drfür isch, wia lautmâlerisch ond fascht scho liebevoll mr em Schwäbischa oim saga kâ, was’r für a Schlampr, für a ofähigr Kerle er isch, bei dem’s net rond lauft. Weil, wenn ebbes hurgelt, nâ laufts halt recht orond. Recht orond lauft au des Projekt „Muggaseggele“. Es isch ja bekanntlich des Âsinna von a paar Schwâbaaktivischta drfür zom sorga, di kloinschte schwäbische Mâßeinheit em Duden aufzunemma. Selbscht die Ufforderung vom CDU-Landeschef Thomas Strobl beim Bundesparteitag em Januar en Karlsruhe hât bisher au net gholfa, obwohl dr Strobl älle âwesende Journalischta a Weingschenkle vrsprocha hât, wenn se des Wort „Muggaseggele“ en ihrer Berichterstattong verwenda dätet. Vielleicht liegt des au dâdrâ, weil di Schreibweis’ von „Muggaseggele“ no net vreinheitlicht isch. Schließlich wird en dr „Etymologie des Schwäbischen“ – dera Sammlong von Gschichte von meh’ wia 6000 schwäbische Wörtr vom Hermann Wax – vom „Muckensäckele“ gschrieba. Wobei mr drübr schtreita mâg, ob net a Muckenschiss (Muggaschiss) net no viel kloiner isch, wia des Gemächt von dr Stubenfliege, wia mr en dr Luthersprâch saga dät. Om Euch jetzt am End’ komplett zom vrwirra, kommt jetzt no dr „Muckefuck“ ens Schpiel. Des isch nämlich net des erotische Schpiel von den Mucka beziehungsweise Mugga, so hoißt mr em Schwäbischa oifach dr Malzkaffee – odr a braungfärbt’s Wasser, des kaum a Kaffeebohna jemâls gseah hât.

I wünsch’ Euch a gute Woch’ ond em Herrgott sein Sega – ond bleibet net bloß am Sonndich onserm Dialekt gwoga

Dr Schorsch vrzählt vom 13. Februar 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Mir Schwâbe send halt Käpsela. Dr Schorsch duat des jeda Samschtich an dera Stella beweisa. Seit am Freitag isch’s jetzt abr eideutig bewiesa, weil dia Kerle vom Ligo-Observatorium en Amerika henn feschtgschtellt, was onser Albertle aus Ulm schon vor 100 Jâhr berechnet hât. S’Albertle Einstein isch nämlich drvo ausganga, älle Körper schicket Gravitationswella aus, grad so, wia wenn mr an Schtoi en a Teichle schmeist. Seit 50 Jâhr probiert se jetzt, dia Ânâhm vom Albertle au em Universum nâchzomweise, ond jetzt henn se mit ma riesiga Fernrohr beobachtet wia zwoi ohglaublich große „Schwarze Löcher“ vrschmolza send ond drbei dia Gravitationswelle entstanda send. Ohsennig kompliziert isch des, a Mensch mit ra gsonda Halbbildong vrschtâht des oifach net. Abr es isch scho a prima Sach’, wenn mr sich als Schwâb mit so ma Hauptkerle, wia des onser Albertle isch, schmücka kâ. Vermutlich dät des dem Weltbürgr Einstein gar net gfalla, abr der isch jâ vor 61 Jâhr gschtorba – ond kâ sich nemme wehra. Also protzet mir drmit weitr.

I wünsch’ Euch a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 6. Februar 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Gelegentlich sott mr a Busfahrt ondernehma. Noi, net a Ausflugsreis’ zu irgend oim touristischa Ziel, sondern mit ma Liniabus. Des isch durchaus onderhaltsam ond brengt neuartige Eiblick’ ens menschliche Zusammaleba. Idealerweis’ wählt mr a Fahrt en de Âbendschtond, wenn’s draußa scho recht donkl isch, nâ sorget dia schnelle Fahrta durch d’Kurve, des abrupte Bremsa ond des immense Beschleunige für überraschende Erlebnis’. Bsonders abwechslongsreich isch’s, wenn mehr vrkampft an so ma Feschthalt-Schtängle wenig elegant probiert, des Gleichgwicht zom halta ond dene Bewegonga des Landschtraßa-Dampfer entgega zom wirka. Allerdings schaffet des bloss en lange Jâhr’ geschtählte Monats- oder Jahreskarta-Fahrer. Dr Gelegenheits-Busreisende isch heillos übrfordert. Hât mr nâ endlich an Sitzplatz neba ma mürrisch vor sich nâdösenda Nebasitzr ergattert, erkennt mr sofort dia ÖPNV-Profis: Entwedr schwer vrtieft en an dicka Schmöker, alternativ durch di Weita des Internet surfend odr mit oglaublichr Gschwindigkeit wichtige E-Mail odr Kurznâchrichta verfassend. Abgschottet vom Hier ond Jetzt mit Ohrschtöpsl odr farbafrohe Kopfhörer genießt der Vielfahrer sei Lieblingsmusik, ond des laut – mr will jâ sein Nebasitzr an seim Musikgschmack au teilhabe lasse.

Au dia Fahrzeit kriegt ganz neue Einheiten. Nâch Fahrplâ’ dauert di Busfahrt vom Kronazentrum en Bietigheim bis nach Erligheim exakt elf Minuta. Mr könnt’ abr au saga, sie dauert 31 Gähnâfäll’ vom Mitfahrer schräg links von mir in der dritta Reiha odr sieba wohltönende SMS-Nâchrichta aus’m hendera Busbereich odr zwoi Duftwolka dr Gschmacksrichtong „Zwiebl-Rettichsalat“, dia oim von henda am Gnick vorbei streichet. Andre Körprausdünschtonga send zwar dâ, lasset sich abr zeitlich net eiordna.

Ich wünsch’ Euch a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Ein Schwâb in dr rheinischen Bütt’

Im Rahmen eines “Akts der Völkerverständigung” war ein Teil des O.K.-Duos – dr Kunz – erstmals im rheinischen Karneval aktiv. Als schwäbischer Landbote protokollierte er bei zwei Sitzungen der Baudobriga Schwarz-Gold in der Bopparder Festhalle das lokale und politische Jahr 2015.

Für alle, die es nachlesen wollen, hier nun der Vortrag:

Vielleicht wird meine Sprâch’ für Euch a bissle schwer,
weil ich komm’ vom Neckar zu Euch her.
Ich fühl’ mich geschmeichelt und geehrt
und hoffe, dass sich am Schluss niemand beschwert.
Als schwäbischer Landbot’ schenk’ ich Euch ogeniert ein:
die närrische Wâhrheit ond den reinen Wein’.
Als Schwâb und Novice im rheinischen Karneval,
weiß ich aber ois ganz genau,
man sagt nicht Narri-Narro oder Tschä Hoi – sondern HELAU.

Die Kölner Bürgermeisterin gab vor einige Tag’ den guate Rât,
bloss ich stell’ mir die Frâg, wie des wohl gâht:
Denn Frauen sollen jetzt eine Armlänge Abstand halte, des isch krass,
des Küssa fällt de Elferrät’ dann schwer, des macht koin Spass.
Ob Fasching, Fasnet oder Karneval
närrisch sind wir älle, also isch’s scheißegal,
weil überall machet die Obere omegliche Sacha
und dâdrübr wöllet mir heut genüsslich lacha. HELAU.

Fährt mr runter vom Hundsrück, oben auf der Höh’
nâ sieht mr unten Boppard, ach wie schee:
Die Altstadt und die Promenad’ am Rhein,
prächtig rausgeputzt, historisch, richtig fein.
Die unzählige Kurve, die sind schon a Qual,
bremsa, lenka uffpassa – gefühlt hundert Mâl.
Doch isch mr unten und des isch kein Witz,
dâ kommet dia Schlaglöcher, des haut de aus de Sitz’. HELAU.

Der Neckar, des isch onser schwäbischer Fluss
doch, ganz ehrlich, ich komm’ zu dem Schluss:
Euer Rhein, des scho a ganz andere Nummer
bloss guckt mr zurück, nâ macht der au richtig Kummer.
Am Ufer lieget schöne Schiffla am Tau,
und des wird manchmal zur richtigen Schau,
doch passet an der Promenad’ gut uff,
gelegentlich kommt nämlich einer im Suff,
der isch nâ recht forsch und schnell
so fehlt plötzlich der Steg, an dera Stell’. HELAU.

Jetzt werd’ ich ganz ehrfürchtig ond gang uff d’Knie,
die Stadt Boppard isch heilig, wie nie.
Franziskus heißt der Chef em Vatikan,
ond hier am Rhein, isch dr Ort, wo Vieles begann,
der Papst hât im Goethe-Institut fleißig studiert,
und sicherlich auch kräftig die Tropfa vom Hamm probiert.
Der heilige Mann hât gsagt er sei ganz vernarrd:
„Den besten Wein, den gibt es in Boppard.“
Die hiesige Stadtväter waret ganz beglückt,
henn viel überlegt und dann recht geschickt,
ond dabei gar net lang zaudert,
den „Papst-Franzikus-Weg“ aus dem Hut gezaubert.
A Prachtstrâß’, des wär für den bescheidena Mann net schee,
a Fußwegle, des passt – und schont des städtische Budget. HELAU.

So richtig aus de Fugen isch jetzt der Weltenlauf,
so viel, wie noch nie, send uff der Flucht und kommet zu Hauf,
Eltern ond Kinder henn Angst om ihr Leben,
ond deshalb isch ihr Bestreben
nach gfährliche Reise, Ruhe zom finden
ond bei uns in Sicherheit, freundlich uffgnommen nieder zu sinken.
Die Willkommenskultur isch bei uns unbeschreiblich,
a paar Deppa gibt’s überall, des isch unvermeidlich.
Wenn mir des net schaffet, wer soll’s nâ richten
des Helfen gehört einfach zu unseren christlichen Pflichten.
Bloß Europa zeigt sich von seiner hässlichen Seit’
den die Wenigsten send zur humanitären Hilf’ bereit.
Manche Länder strotzet vor Gier
schreiat schnell ond laut bloß „Hier“
wenn’s aber oms Geld ond Zuschüss geht,
– ach, wie isch des denn blöd. HELAU

Im Facebook auf „Besser Boppard“, da geht’s oft recht rond
es geht um kaputte Zäun’ ond Haufa von de Hond.
Auch der würzige Pommes-Gestank
sorgt im Städtle für vielerlei Zank.
Ein Thema aber, des treibt alle um
da wird’s en Boppard oruhig – niemand bleibt stumm:
Man bohrt verzweifelt nach Wasser, dem mit ma Mineral,
des wär für a Freibad in Bad Boppard ideal.
Seit Jahren kann man hier sich nicht mehr im Sommer laben,
weil es fehlt ein Plätzchen zum erfrischenden Baden,
Auch im letzten Sommer war es für Kinder und Eltern richtig fad
und dies bei mehr als 40 Grad. HELAU

Was ist bloß aus unserem Fußball-Sommer-Märchen worde,
weil Blatter, Beckenbauer und andere Konsorte,
mit große, schwarze Kasse
des fröhliche Fußballfest henn kaufen lasse.
Jetzt können dia andere endlich genüsslich die Hände reiben,
und vorwurfsvoll mit den Finger auf uns zeigen.
Nix Genaues weiß man nicht,
es ist aber doch eine komische Geschicht’,
weil onser Kaiser Franz darüber schweigt
und alles, wie er treuherzig bekennt, blanko unterschreibt. HELAU

Denk ich an Amerika, ich sag’s mit Bedacht
dann bin ich um den Schlaf gebracht.
Porsche, Audi und VW,
Mercedes, Opel und BMW:
Die besten Autobauer gibt’s in unserem Land
und das ist für die Amis wohl eine Schand’.
Mit der NSA haben sie spitzfindig kontrolliert
und endlich den Skandal aufgespürt:
Der Rauch der VW-Mötorla,
des tut sie dort drüben doch arg stören.
Dabei ist es ohne Bedeutung und es wird gern gelitten:
die Dreckschleudern in den riesigen Ami-Schlitten. HELAU

„Kein bisschen Frieden“ beim Grand Prix,
null Punkte, des gab’s für uns noch nie.
Für unser Mädle Ann Sophie war des ein rechter Schlauch
„Black Schmoke“ brachte bloß einen schwarzen Rauch.
Ehrlich muss man sein, sie war ja nur die zweite Wahl,
der Vorentscheid-Sieger Kümmert drückte sich vor des ESC-Qual.
Zum großen Glück hat Schweden gewonnen,
und damit sind viele ihrem Unglück entronnen,
denn die Russin Polina Gagarina lag bloß auf Platz zwei,
ond ein Grand Prix in Moskau ging an den Fans vorbei.
Weil in Russland krieget Schwule und Lesben viel Ärger,
bei einem Grand Prix käm’ der Großteil vom Publikum direkt in den Kerker. HELAU

Liebe Leut’, isch das denn nicht verrückt,
wir werden jetzt vegetarisch zwangsbeglückt.
Sie pflichten uns zum Vegi-Day
mit Gemüse, Obst und Tofu-Allerlei.
Dabei steht denen Fleischverweiger ihr Übel
bereits im Alten Testament in der Bibel.
Die Eva hat den Adam ja mit einem Apfel verführt,
das hat zu unserem Elend gführt.
Mit einem Dibbekucha mit viel Speck, des isch gewiss,
hätt’ uns der Gabriel net nausgschmissa aus dem Paradies. HELAU

Politisch korrekt, das wird auch gefordert,
sonst wird man als Redner zum Pranger beordert.
Ein sprachlicher Wahnsinn, ich muss es beklagen,
„Gendergerecht“, da dreht sich der Magen.
Ich sag’s Euch: Die Brust, die bleibt weiblich,
Einst Schneemann, jetzt Schneefrau, das ist doch nur peinlich.
Eines ist klar, die Natur hat’s gegebe
es gibt eben Buben und Mädle.
Die Tendenz der Emanzen, die wird schnell erkenntlich,
denn bloß „der Idiot“, der bleibt nämlich männlich. HELAU

Die Vorschriften, die ganget aber noch weiter,
das Ganze ist nicht wirklich heiter.
Es ist jetzt es ein unabdingbares Muss,
man sagt nämlich nicht mehr Mohrenkuss.
Auch das Jägerschnitzel ist nun verpönnt,
weil dies scheint’s Minderheiten verhöhnt.
Schwäbische Wirtsleute mit ihrem hellen Köpfchen
servieren aber weiterhin ein Schwabentöpfchen. HELAU

Jetzt komme ich zum End’
doch eines sag’ ich noch gschwend,
der Auftritt hier war eine tolle Sache
ich überlege ob ich’s wieder mache.
Doch endlich gebe ich nun Ruh’
Ihr klatschet mir begeistert zu,
dann kann ich zufrieden niedersinken
und zwei bis dreizehn Weinle trinken.
Was mir zum Schluss nun noch bleibt:
Ich wünsch’ Euch eine gute Zeit,
will Euch einen Herzenswunsch noch geben,
macht’s gut, mit dem Herrgott seinem Segen. HELAU

Dr Schorsch vrzählt vom 30. Januar 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

So, schpätestens en dr nächschta Woch’ wird’s ernscht mit Fasnet. Da stâht dr schmotziga Donnerstich em Kalendr, na kommt’s Fasnetswochenend’ ond Rosamondich ond Faschingsdienstich. Bloss net bei ons. Anderswo lasset’se am schmotziga Donnerstich so richtig d’Sau raus, bei ons langt’s net amol zom ma Kappaâbend.

S’Oinzige was bei ons schmotzig – des hât nex mit Dreck zom doa, sondern bedeutet fettig – isch, des send dia em hoiße Fett rausbachene Fasnetsküchle. Mir send halt schon arg evangelisch, ond des obwohl mr jâ woiß, dr Luther isch eigentlich a sinnenfrohr Kerle gwä. En de pietistisch prägta Dörfer hât mr halt frühr liebr in der Bibelstond em Buch dr Büchr gelesa ond schtudiert, was mr net därf ond drabei en dr Vorfreud’ uff’s Paradies übrlegt, was dem irdische Leba dia Sinnenfreud’ vrderba duat. Fasnetsmäßig wär’s halt luschtigr, mr wär meh’ katholisch. Abr halt, nâ müsst mr jâ seine Vrfehlonga beichta ond drfür bosga.

Nemma mr’s eba wia’s isch ond ganget am Rosamondich in der übernächste Woch’ zur Blutspend’ beim DRK en Bönnigheim. Des isch nâ fascht wia Fasnet: Mr trifft nette Leut’, wird prima vrköschtigt ond fühlt sich am End’ a bissle erleichtert.

I wünsch’ Euch a guate, närrische Woch’ ond em Herrgott sein Sega

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